Kennen Sie dieses Leuchten in der Weihnachtszeit?

Friedenslicht aus Bethlehem

vom , verfasst von Sebastian Schramm

© Jacob Maienbaum

Ein Licht geht auf Reisen

Von einem Kind wird in Bethlehem eine Kerze angezündet. Um es genauer zu sagen: in der Geburtsgrotte, die als Ort von Jesu Geburt angenommen wird. Damit ist das Friedenslicht entzündet. Es wird in einer Speziallampe mit einem Flugzeug nach Österreich gebracht. Von dort wird es am Vorabend zum zweiten Advent in einer Aussendungsfeier in Linz oder in Wien verteilt.

Die Idee ist: Ein Licht aus Bethlehem soll die bevorstehende Geburt von Jesus Christus ankündigen.

Mit dem Entzünden und Weitergeben des Friedenslichtes erinnern wir uns an die weihnachtliche Botschaft und an unseren Auftrag, den Frieden unter den Menschen zu verwirklichen.

Das Weitergeben der Flamme steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Ein Funke Mut“. Das Friedenslicht wird am 7. Dezember nach Deutschland gebracht und kommt am 3. Advent, dem 14. Dezember, an der Dresdener Hofkirche an. Im Rahmen des Löbtauer Adventskalenders können Sie das Friedenslicht am 15. Dezember ab 17:00 Uhr direkt in der Friedenskirche abholen. Dort findet auch das Adventsliedersingen statt.

Das Ritual des Friedenslichtes geht zurück auf eine Initiative des Österreichischen Rundfunks aus dem Jahr 1986. Die ursprüngliche Idee hatte eine Hörerin des ORF. Dort gab es die Aktion „Licht ins Dunkel“, bei der in der Weihnachtszeit Spenden zugunsten benachteiligter Kinder gesammelt wurden. Den Spendenden sollte mit einem Licht gedankt werden. Der ORF-Unterhaltungschef hatte die Idee, das Licht direkt aus Bethlehem zu holen. Das Friedenslicht aus Bethlehem wurde von den Hörern begeistert angenommen. Bereits drei Jahre später beteiligten sich die Pfadfinder als internationale Friedensbewegung daran, das Licht in die Nachbarländer zu verbreiten. Unter anderem ist eine deutsche Delegation der Pfadfinder dabei, die das Licht nach Deutschland holt. Inzwischen kann man sagen, dass diese Idee „eine Lichtspur durch ganz Europa gezogen hat: … Das Friedenslicht ist Zeichen für Freundschaft, Gemeinschaft und Verständigung aller Völker. Dies ist gerade auch an den Orten wichtig, wo Jesus einst lebte und lehrte. Mit dem Entzünden und Weitergeben des Friedenslichtes erinnern wir uns an die weihnachtliche Botschaft und an unseren Auftrag, den Frieden unter den Menschen zu verwirklichen. Natürlich ist das Friedenslicht kein magisches Zeichen, das den Frieden herbeizaubern kann“, heißt es bei der Initiative.

Eine Kirchgemeinde schreibt dazu: „Das Friedenslicht dient uns als Symbol der Hoffnung und des Friedens. Es erinnert uns daran, dass es selbst in den aussichtslosesten und bedrückendsten Momenten Hoffnung gibt und diese Hoffnung uns wie ein Licht bei der Suche nach Frieden helfen kann. In einer Welt, die sich ständig verändert, ist es wichtiger denn je, Vielfalt zu schätzen und zu fördern. Jeder Mensch bringt einzigartige Perspektiven, Fähigkeiten und Erfahrungen mit, die unsere Gesellschaften bereichern und stärken. Pfadfinder nehmen die Herausforderung der Gegenwart an und machen sich gemeinsam auf den Weg, eine Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch einen Platz findet. Die Verteilung des Friedenslichts ist ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz. Denn nur in einer offenen und vielfältigen Gesellschaft ist Frieden möglich.“

Auf dass das Licht auch in die Häuser unseres Kirchspiels einzieht!

Sebastian Schramm