Berufe mit Botschaft

Handwerk und Kirche

vom , verfasst von Michael Seimer

Aufnahme während eines Gottesdienstes zum Handwerk. Blick auf den Altar in einer Kirche. Es stehen Banner mit Wappen der verschiedenen Handswerksinnungen um den Altar.

Der Bereich der Arbeitswelt als wesentlicher Teil unseres Lebens sollte nicht nur in Ausnahmefällen zum Thema werden. Wenn wir früher Aufgabenbereiche wie z.B. den kirchlichen Dienst in der Landwirtschaft und in der Arbeitswelt hatten, so ist heute „Handwerk und Kirche“ der letzte Bezug, in dem wir auf landeskirchlicher Ebene und somit mit institutionellen Bezügen als Kirche wahrnehmbar sind. Und dies tut, so mein Erleben, nicht zuletzt auch unseren Blickweisen und Wahrnehmungen auf die normale Arbeitswelt rund um Kirche gut. Und: Wer ist schließlich nicht froh, wenn er in seiner Gemeinde den Klempner oder die Bäckerin persönlich kennt?! Sprechen Sie ihn oder sie doch ruhig einmal an!

„Was unterscheidet aber einen christlichen Handwerker von einem normalen Handwerker“? Zunächst natürlich nichts, wenn man die äußeren Bedingungen des Handwerks im Blick hat. Da geht es um Steuerlast, Fachkräftemangel, Materialpreissteigerung, Digitalisierung, bürokratischen Aufwand und dergleichen mehr.  Und natürlich sind die Anforderungen und Probleme auch nicht gleich. Jedes Gewerk hat seine eigenen Herausforderungen und Probleme.

Doch beim genauen Hinschauen gibt es auch Verbindungen, die mit dem Glauben zu tun haben. Es mag am Gottvertrauen liegen, am Prinzip der Dankbarkeit für Gelungenes, am Bezug darauf, dass nicht alles im Leben erarbeitet ist, sondern manches auch „Geschenk“ ist. Jedenfalls sind die „alten Werte“ von Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und dergleichen im Handwerk nicht nur zu finden, sondern oftmals in ihrer Begründung in einem festen Glauben verwurzelt.  So wie die Glaubensvielfalt in unseren Gemeinden, spiegelt sich im Handwerk auch die Vielzahl der Lebensrealitäten wider.

Bei den Werkstattgesprächen – ein Format der Begegnung – kommen nicht nur die Sorgen und Fragen zur Sprache. Wir erfahren auch ganz konkret, wie es in dem am jeweiligen Abend gastgebenden Betrieb aussieht und teilen die Erfahrungen mit den Herausforderungen der Zeit. Dabei ist es dann egal, ob wir in einer hochmodernen Tischlerei, einer traditionsreichen Töpferei oder einem Imkerei-Betrieb zusammen sind. In vier Regionen Sachsens finden regelmäßig diese Handwerkerabende statt. Eines der Themen ist dabei zum Beispiel die Frage der Betriebsübergabe an die nächste Generation. Außerdem werden in Sachsen ca. drei Handwerkergottesdienste pro Jahr gefeiert. Dann stehen neben dem Lob Gottes der Dank und die Leistung der Handwerker besonders im Mittelpunkt, sichtbar am festlichen Einzug mit den Innungsfahnen und im frohen Miteinander bei Kirchencafé oder Handwerkermarkt im Anschluss.

Eine verbindende Aktion ist auch das von „Brot für die Welt“ initiierte Projekt „5.000 Brote“, bei dem die Konfis vor Ort in einer Bäckerei gemeinsam für den guten Zweck backen und dabei Handwerk kennenlernen. Bei den regelmäßigen Gesprächen mit den Verantwortlichen der Handwerkskammern in Sachsen (Chemnitz, Leipzig und Dresden) werden die Fragen unserer Zeit besprochen und oftmals die enge Beziehung in den traditionsreichen und gleichzeitig krisenerfahrenen Bereichen Handwerk und Kirche ausgetauscht. Einmal im Jahr findet dieser Austausch auch mit dem Landesbischof statt, der sich dabei über Wohl und Wehe im Handwerk informiert.

Natürlich gibt es bei Christen im Handwerk auch persönliche Schicksalsschläge, notvolle Situationen oder Insolvenzen, wie in anderen Handwerksbetrieben auch. Dann zeigt sich, wie eng die Gemeinschaft vor Ort (Kirchgemeinde oder die Kontakte bei Handwerk und Kirche) ist, um gemeinsam zu tragen oder zu begleiten.

Michael Seimer
Männerarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
Reisereferent Koordinierungsaufgaben Geschäftsführer Handwerk & Kirche

Handwerkerabend / Werkstattgespräche in der Region Dresden

  • 9. September – Ausbildungszentrum NJUMI der HWK, Dresden
  • 28. September – Handwerkergottesdienst im Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025, St.-Petri-Kirche

Männerarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Geschäftsführer Handwerk und Kirche
DREIKÖNIGSFORUM - Haus der Kirche

Hauptstraße 23, 01097 Dresden

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