Die dörfliche Mitte

Mein Lieblingsplatz im Kirchspiel

vom , verfasst von Arnfried Schlosser

Foto: Arnfried Schlosser

Vor 30 Jahren sind wir von Briesnitz bergauf nach Ockerwitz gezogen. Seit Jahrhunderten gehörten die Dörfer Omsewitz, Ockerwitz, Brabschütz und Rennersdorf zu unserer Kirchgemeinde. Sie waren als die „Oberdörfer“ ein Begriff. Mit unserem Hausbau auf dem „Stadtblick“ hatten wir das große Los gezogen. Es war nicht nur die wunderbare Aussicht ins Elbtal, von der Lößnitz bis in die Sächsische Schweiz und bei klarem Wetter bis zu den böhmischen Bergen. Es war auch die Bekanntschaft mit den Ockerwitzer Eingeborenen, von denen wir einige schon aus der Kirchgemeinde kannten. Und weiterhin waren es die schönen alten Dreiseithöfe rund um den Dorfplatz und um die schöne alte Dorflinde. Sie wurde zu einem meiner Lieblingsplätze im Kirchspiel. Wann sie gepflanzt wurde, konnte ich bisher nicht ermitteln. Aber seit 1958 ist sie als Naturdenkmal anerkannt und geschützt „wegen der Größe und der besonderen landschaftsbildprägenden Wirkung“, wie ein Schild an ihrem Stamm mitteilt. Sie ist gewissermaßen der Dorfmittelpunkt, gegenüber vom Feuerwehrhaus und umgeben von fünf Dreiseithöfen, deren Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen. Um die Linde herum ist eine Bank gebaut, die erst kürzlich erneuert wurde und zum Verweilen einlädt. Jährlich beschirmt die Linde mit ihren Ästen die Dorffeste, das Feuerwehrfest und den 2025 zum ersten Mal ausgerichteten „Ockerwitzer Advent“. Seit Jahren endet hier auch das „Diakonische Blasen“ des Briesnitzer Posaunenchors am zweiten Advent.

Bei meinen täglichen Spaziergängen mit unserem Hund erfreue ich mich an der Linde im Lauf der Jahreszeiten, sei es am dichten Grün ihres Laubs im Sommer oder am Gelb des Herbstes oder dem Raureif.

Arnfried Schlosser

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