Die Geschichte ist klar: eben die mit Weihnachten.

Wie entsteht ein Krippenspiel?

vom , verfasst von Uwe Teich

Ein Mann steht vor einer gelben Wand
Foto: I. Röhrborn

Eigentlich ist es eine leichte Übung. Maria kurz vor den Toren Betlehems. Sie ist am Ende ihrer Kräfte. Josef, der oft stumme Begleiter, soll die Unterkunft klären, aber ansonsten den Mund halten und nicht weglaufen! Die vom Engel im strahlenden Licht alarmierten Hirten eilen zum Stall. Dazu der unbeugsame Wirt. Die drei Könige legen Weihrauch und Myrrhe tröstend aufs Stroh: Fertig ist das Krippenspiel.

Ach, wie schön! Die Krippe, die Schafe und „Stille Nacht“ – so wollen es die Leute. Doch Weihnachten ist unbequem: Es ist eine Geburt im Kriegsgebiet, Liebe in der Zerreißprobe, die Flucht nach Ägypten. Was, wenn Maria aussteigt oder Josef irgendwo in fremde Häuser einbricht?

Endlich ist eine Idee geboren. Ich rede und spinne mit verschiedenen Gesprächspartnern. Wenige Sätze oder eine flippige Idee zeigen einen ersten Weg. Hier beginnt der Prozess des Schreibens. Erste Dialoge finden sich. Erfundene Charaktere tauchen auf. Die Figuren reden. Manchmal haben sie Ähnlichkeiten mit bekannten Personen. Für eine Geschichte braucht man einen Plot. Irgendwo muss das hinlaufen. Es braucht eine Zeit, einen Raum, einen Ort.

Mein Anspruch ist ein Weihnachtsstück. Kein Krippenspiel! Die Geschichte soll gut erzählt werden. Die handelnden Protagonisten sollen auf- und anregen. Sie sollen emotional mitnehmen und an Eigenes erinnern, provozieren und nachdenklich machen. Sie sollen keine Predigt halten. Ich möchte der Wirkung der Erzählung vertrauen. Ein bisschen Theater eben.

Und wie entsteht aus all dem ein Stück für den weihnachtlichen Kirchenraum?
Dialoge im Kopf treten auf die Bildfläche. Imaginäre Menschen setzen sich in Bewegung, gehen in Beziehungen und ziehen mich in ihre Geschichte. Ich schreibe mit, was sie sagen. Sprache entlehnt ihre Worte aus dem Erlebten. Dramen ringsum. Reibungen, dem Alltag abgelauscht. Konflikte beleben das Geschäft. Romantik mischt sich unter. Immer wieder sucht sich Liebe ihren Raum. Geschichten tragen sich ein, die in der unmittelbaren Umgebung passieren, ohne dass wir sie sehen. Soziales im Gemisch mit Erhofftem. Etwas soll sich in die Herzen bohren oder aufwühlen.

Es geht zum Schreiben. Sich treiben lassen, zuhören, spinnen. Tippfehler werden am Ende korrigiert. Dialoge entstehen und verschwinden wieder. Die Endredaktion geschieht im Kreis der Spielenden. Eine gute Nachricht wird erzählt. Manchmal bleibt es die Aufgabe der Zuschauenden, sie zu finden.
Letzten Endes lebt die Weihnachtsgeschichte von denen, die sie umsetzen.

Also dann Leute... mitmachen!
Uwe Teich

⟦MEILISEARCH_META⟧ page_priority=1 | page_searchimage=8fa9c4d6-a6d7-11f1-a3b2-d324cfcc17e6 ⟦/MEILISEARCH_META⟧