Ein segensvolles Wirken
Verabschiedung von Pfarrer Brock
vom
Pfarrer Steffen Brock blickt auf seine Dienstzeit in Briesnitz und im Kirchspiel zurück, bevor er im September in den Ruhestand geht. Er sagt selbst:
Ein segensvolles Wirken – das war der Wunsch vieler zu meiner Diensteinführung, und es war auch mein Wunsch. Über acht Jahre durfte ich im Kirchspiel mitwirken und habe mich selbst darin gesegnet gefühlt. Vieles an Leitungsaufgaben wurde mir im Team abgenommen, vor allem auch durch die Kirchgemeindevertretung. Vor deren Einsatz habe ich höchsten Respekt gewonnen und ihr Wirken lässt mir ein großes „Dankeschön“ aus dem Herzen fließen. So konnte ich mich dem widmen, was ich gelernt habe und was mir entspricht. Neben einer fröhlichen Offenheit, die mir in die Wiege gelegt war, hatte ich vieles an christlichen Grundlagen „mit der Muttermilch“ aufgesogen und in der Jugendzeit die Fragen nach Sinn, nach Tod und Leben, Wahrheit und Wahrhaftigkeit, Frieden und Gerechtigkeit, Bekennen und Weltverantwortung durchdiskutiert. Währenddessen wurde mir auf wunderhafte Weise, auch ohne FDJ und Jugendweihe, der Bildungsweg geöffnet. So konnte ich studieren und Pfarrer werden. In jungen Jahren hätte ich mir dies nie zugetraut, nun aber war mir der Weg gewiesen, wie ich segensvoll für die Menschen da sein könnte.
In Briesnitz, meiner dritten dienstlichen Station, können wir trotz schwieriger Zeiten mit Dienstwechseln und Corona ins Staunen kommen, wie doch das gemeindliche Leben stabil und aktiv blieb. Über ein Jahr war unsere Kirche nicht nutzbar. Mit viel Fantasie haben wir Freiluft- und Sommergottesdienste ins Leben gerufen und zu Weihnachten den Wandelgang gestaltet. Und dann kam das Jubiläum 750 Jahre Kirche Briesnitz. Wieder wurde deutlich, dass segensvolles Wirken dort zu spüren ist, wo Menschen in gemeinsamer Überzeugung konstruktiv zusammenwirken. Aus dem Gelungenen und auch aus aller Musik habe ich Kraft zum Mittun gezogen und Freude.
Dankbar blicken wir im Kirchspiel auf die gemeinsamen Dienste und Wege mit Steffen Brock und auch mit seiner Frau Evi zurück. Es war für beide ganz persönlich eine sehr bewegte Zeit. Der Wegbegleitung und des Segens sind wir alle bedürftig. Das Ehepaar bleibt weiter mitten unter uns mit ihren Stimmen und ihrer fröhlichen Offenheit.
Am Dienstende ist Pfarrer Brock noch wichtig zu sagen:
Ich bin davon überzeugt, dass es für ein segensvolles Wirken auf das ankommt, was Dietrich Bonhoeffer einst formulierte: das Beten und das Tun des Gerechten. Das eine kann ohne das andere nicht sein. Der Weg des Glaubens erfordert immer wieder, vor Gott, in sich und vor die zu gehen, die durch eigene Schuld beschwert worden sind. Daher möchte ich alle um Vergebung bitten, denen gegenüber ich etwas versäumt habe oder wo ich mit Worten schuldig geworden bin. Zugleich möchte ich insbesondere den Aktiven in Briesnitz, meinen Pfarrkollegen und -kolleginnen und allen Mitarbeitenden danken für alle Augenblicke und Zeiten, in denen sie mich unterstützt, sich vor mich gestellt, mich geschützt und getragen haben. Auch hier möge Gott alles Bemühen in Segen wandeln. Kirche als Gemeinschaft in Jesus Christus ist auch ein Netzwerk von Menschen, die guten Willens sind. Diesen Menschen, Euch, Ihnen, gilt Gottes Verheißung und Gottes Segen.
„Uns gemeinsam …“, so möchten wir hinzufügen, dankbar und mit guten Wünschen aus dem Kirchspiel Dresden West.
Tobias Rösler