Gohliser Windmühle – Mein Lieblingsplatz

Ein sagenhafter Ort

vom

Als ich 1983 als 25-jähriger junger Lehrer nach Cossebaude zog, war mir noch nicht bewusst, dass hier mein familiärer und beruflicher Mittelpunkt sein wird und vor allem bleiben sollte. Schnell fand ich Zugang zur Ortschaft und Kirchgemeinde, konnte mich musikalisch und sozial einbringen sowie ein gutes Netzwerk knüpfen. Sicher, dies war kein Sprung ins Ungewisse: Tännichtgrund, Fünf Brüder, Stausee, Bismarckturm und viele andere Punkte kannte ich schon aus Kindertagen recht gut. Zu einem Ort entwickelte sich allerdings bis heute eine besondere Beziehung, die Gohliser Windmühle.

Bin ich als Kind gern und oft mit dem Rad oder zu Fuß hierher unterwegs gewesen, war ein Halt an der alten Mühle ein Muss, kannte ich doch die sagenumwobene Geschichte der Krabat-Mühle. Und warum sollte uns nicht auch hier, an der Gohliser Windmühle, ähnlich Sagenhaftes begegnen? Nicht ganz, aber der unglaublich engagierte Wiederaufbau der maroden Mühle birgt schon viel Wundersames in sich. Plötzlich gab es wieder das große Windflügelrad, einen hölzernen Umgang und eine frisch verputze Fassade. Nicht zuletzt, eingebettet in eine „grüne Insel“, konnte man hier wieder gemütlich sitzen, sich kulinarisch verwöhnen lassen und auf die Elbe schauen.

Diese Idylle wurde jäh durch das Hochwasser 2002 sehr in Mitleidenschaft gezogen und durch den unermüdlichen Einsatz des Pächters, unzähliger Helfer und Sponsoren in den heutigen Zustand versetzt, ein Segen für alle, die hier vorbeikommen.

Bis heute erinnert ein öffentlicher Gottesdienst an diese Geschichte. Ich genieße es jedes Jahr, Teil der Vorbereitung und Durchführung dieses Ereignisses zu sein, zum Lob Gottes und uns zur Freude mit vielen Bläsern aus dem Kirchspiel vor der Mühle zu musizieren, zu erleben, wie Radfahrer und Spaziergänger innehalten und sich zu uns gesellen. Die Bläserschar ist durch die Erweiterung des Kirchspiels gewachsen, sodass ich dem Fortbestand dieser Tradition mit Zuversicht und Dankbarkeit entgegenblicke.

Andreas Zieger