Mit Gott unterwegs

Spirituelle Begegnungen im Urlaub

vom , verfasst von Michael Leonhart

Foto: Daniel Diemer (unsplash.com)

Für viele ist es immer noch die schönste Zeit Jahres: Urlaub! Neue Kraft tanken in der Ferne – weit weg von den kleinen und großen Sorgen des Alltags. Urlaub ist auch eine Chance, Gott neu zu erleben. Wenn ich in den Urlaub fahre, bin ich besonders offen für neue Eindrücke. In dieser Offenheit fühle ich mich Gott besonders nahe. Vielleicht deshalb: Für mich bedeutet Gott auch Offenheit. Auf Neues zugehen ohne die vielen Vorbehalte oder gar Vorurteile, die mich sonst so begleiten. Ich bin dann auch offener gegenüber Menschen. Ähnlich geht es mir, wenn ich auf das Meer blicke oder im Gebirge von einem Gipfel in die Ferne schaue. Die Weite lässt mich Gott nahe fühlen – als ob sich meine Seele in Gottes ewiger Weite spiegeln würde. Das ist schön. Und wo immer es sich anbietet, besuche ich Kirchen oder Tempel, wie bei meinem letzten Urlaub in Asien. Ich habe nicht nur über deren Pracht gestaunt. Vor allem die spirituelle Hingabe buddhistischer Gläubiger in den Tempeln hat mich berührt und zugleich meinem Gott nähergebracht. Oft habe ich dann gebetet.

An vielen Urlaubsorten ist die Kirche für die Menschen da. In der Reisesaison beauftragt beispielsweise die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) rund 140 Pfarrerinnen und Pfarrer mit Gottesdiensten in rund zehn europäischen Ländern.

Auch weltweit sind Besuche deutschsprachiger Gottesdienste möglich. Gemeinden dafür gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Asien, Afrika, Amerika und Australien/Ozeanien. 120 Pfarrer aus Deutschland betreuen diese Gemeinden. Informationen finden Sie auf der Website www.ekd.de/kirche-am-urlaubsort.

Auch wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann Kirche(n) näherkommen. Denn an vielen deutschen Radwegen stehen ganz besondere Kirchen: Radwegkirchen. Einige hundert Kirchen in Deutschland tragen ihr Signet. Das Besondere: Radwegkirchen sind zwischen Ostern und dem Reformationstag tagsüber frei zugänglich und laden zur Besinnung und Besichtigung ein. Die Radwege-Website der EKD enthält über 150 Touren in ganz Deutschland (www.radwegekirchen.de). Das Angebot reicht von kurzen Tagestouren bis zu längeren Touren mit mehreren hundert Kilometern. Der Schwarze-Elster-Radweg etwa verläuft über 190 Kilometer überwiegend im Süden von Brandenburg und Norden von Sachsen.

Unterwegs sein mit Gott ist das erklärte Ziel des Pilgerns. Pilgern ist ein sehr altes Phänomen und aus vielen Religionen bekannt. Gerade hier trifft die kleine Weisheit zu: Der Weg ist das Ziel. Wer Pilgerwege geht, ist eingeladen, Gott und anderen zu begegnen und vor allem auch sich selbst. Es gibt große europäische Pilgerwege wie etwa von Canterbury nach Rom oder Santiago de Compostela. Meist werden sie etappenweise gegangen. So führt der „Sächsische Jakobsweg“ auf etwa 300 Kilometern von Bautzen über Bischofswerda, Dresden, Freiberg, Chemnitz, Zwickau und Oelsnitz nach Hof. Die evangelischen Gliedkirchen in Deutschland haben eine Pilger-Website entwickelt: www.pilgern.de. Sie informiert umfassend über Pilgerwege und bietet hilfreiche Links und Kontakte.

Als spiritueller Wanderweg gilt der „Lutherweg“ in Sachsen. Über 27 Stationen führt er auf insgesamt 550 Kilometern durch Wohn- und Wirkungsstätten von Martin Luther und seiner Wegbegleiter. Abwechslungsreiche Landschaften, Flussauen und Seen sowie bekannte Burgen und Schlösser erwarten die Wanderer. Lutherwege gibt es in sieben Bundesländern: www.lutherweg.de.

Wie man sieht, existieren viele Möglichkeiten, mit Gott unterwegs zu sein. Gerade der Urlaub lädt ein zum Durchatmen, Entschleunigen und Innehalten - gute Voraussetzungen, Gott und sich selbst näher zu kommen.

Michael Leonhart

⟦MEILISEARCH_META⟧ page_priority=1 | page_searchimage=575411d2-5f46-11f1-b350-857e66815a9d ⟦/MEILISEARCH_META⟧