Mit voller Sonnenkraft voraus

Die Solar-Dekade der Dresdner Kirchenbezirke

vom , verfasst von Anna Groschwitz, Matthias Weigel und Klaus Schuster

Mit dem zunehmenden Interesse an nachhaltiger Energie nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine fand sich im Ökumenische Informationszentrum (ÖIZ) die ökumenische „Solar-AG“ zusammen. Hier entstand die Idee der Solar-Dekade. Im Herbst 2024 wurde sie in den beiden Synoden beschlossen.
Ziel ist, bis 2035 mindestens 25 Prozent des Strombedarfs durch eigene Solaranlagen zu decken. Die Vorteile sind klar: langfristige Kosteneinsparungen, eine unabhängigere Energieversorgung und reduzierte Treibhausgasemissionen.

Um den Ausbau zu unterstützen, wurde ein Schöpfungs-Fonds eingerichtet, der aus Kollekten, Spenden und Beiträgen der teilnehmenden Gemeinden gespeist wird. Natürlich können Solarprojekte auch ohne Teilnahme am Fonds umgesetzt werden; der Fonds soll ein Anreiz sein.
Hierüber sollen intelligente, passförmige Lösungen gefördert werden – die können auch klein sein und sollen unsere Stromnetze möglichst entlasten. Außerdem wird Einsparung, zeitliche Flexibilität der Stromnutzung und die Selbstnutzung des erzeugten Stroms angeregt.

Gemeinden zahlen in den Fonds acht Cent pro verbrauchter Kilowattstunde ein (bis Ende 2035) und erhalten jährlich Erlöse von 60 Cent bis 1,50 Euro pro eingesparter Kilowattstunde zurück. Der Betrag ist gestaffelt – es kommt darauf an, ab wann die Einzahlung begonnen wurde und welche Nutzungscharakteristik das betreffende Gebäude hat.

Erste Schritte für Gemeinden wären:

  • Ein kleines Team zusammenstellen
  • Beratung durch Energieexperten suchen (Max Kunth vom Regionalkirchenamt kann kompetente Hilfestellung geben)
  • Antrag beim Kirchenbezirk Mitte (Ausschuss Nachhaltigkeit) stellen

Am 25. Oktober wurde die Solar-Dekade im Rahmen des 3. Ökumenischen Energietages in der Jugendkirche feierlich eröffnet: mit einem Glas sonnengelbem Apfel-Mango-Saft, der ersten Strophe von „Sonne der Gerechtigkeit“ und einer guten Portion energiegeladener Hoffnung.

Anna Groschwitz, ÖIZ e. V.
Projekt „Nachhaltige Gemeinde leben“

Solarmodule auf der Hoffnungskirche – eine Erfolgsgeschichte

Als vor 20 Jahren der Dachstuhl der Hoffnungskirche geprüft wurde, zeigte sich: Eine umfassende Sanierung ist unumgänglich. In dieser Phase brachte der damalige Pfarrer der Gemeinde, Markus Manzer, den Impuls ein, die notwendige Baumaßnahme mit der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage zu verbinden. Der Kirchenvorstand diskutierte diese Idee seinerzeit ausführlich und entschied sich schließlich bewusst dafür – als Beitrag zu nachhaltigem Handeln und in der Hoffnung auf eine gewisse Vorbildwirkung.

Eine besondere Herausforderung stellte der Denkmalschutz dar. Die Behörde bestand auf den Erhalt von drei Fledermausgauben, die zwar nicht im Denkmalregister verzeichnet waren, aber dennoch als prägendes Element gelten. So entstand statt einer Komplettbelegung des Daches eine reduzierte Variante mit lediglich einem Modulstreifen.

Im Oktober 2006 ging die Anlage schließlich ans Netz. Installiert wurden 22 Module auf insgesamt 37,5 Quadratmetern Dachfläche. Die Investition für die Solaranlage in Höhe von rund 36.000 Euro wurde durch einen Mix aus KfW-Kredit, Mitteln aus Ausgleichsrücklage und Bausachbuch sowie durch private Darlehen und Spenden finanziert.

Die Anlage speist durchschnittlich 5.000 bis 6.000 kWh pro Jahr ins Netz ein. Die Einspeisevergütung beträgt bis 2027 rund 2.355 Euro jährlich; seit etwa 2017 kommt sie, nachdem alle Kosten abbezahlt worden sind, der Kirchgemeinde zugute. Nach Ablauf der 20-jährigen Vergütungsphase prüft die Gemeinde derzeit, wie der erzeugte Strom künftig am sinnvollsten genutzt werden kann.

Die Photovoltaik-Anlage auf der Hoffnungskirche zeigt: Bewahrung der Schöpfung und verantwortliche Investitionen können Hand in Hand gehen – auch unter denkmalpflegerischen Bedingungen.

Matthias Weigel, Klaus Schuster

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