Wenn Gottes Zeit unsere Zeit berührt
vom , verfasst von Margarete Aichinger
Unser Alltag ist getaktet. Termine, Fristen, Uhrzeiten. Die Tage laufen weiter, oft schneller, als uns lieb ist. Auch Weihnachten rutscht manchmal einfach in diesen Strom hinein: noch etwas erledigen, noch schnell vorbereiten, dann geht es weiter wie zuvor.
Doch die Weihnachtsgeschichte erzählt von einem anderen Moment. Von einer Zeit, die nicht gemacht werden kann und nicht planbar ist. „Als die Zeit erfüllt war“, schreibt der Apostel Paulus, kam Gott in diese Welt (Galater 4,4). Kein Zufall, kein Termin im Kalender – sondern ein Augenblick, in dem Gott selbst unsere Zeit betritt.
In der Geburt Jesu trifft unsere Zeit auf Gottes Zeit. Mitten hinein in das Gewöhnliche – in eine Nacht, eine Familie, einen Stall – legt Gott einen neuen Anfang. Nichts hält den Lauf der Welt an. Und doch ist von diesem Moment an alles anders. Weil Gott sich bindet: an menschliches Leben, an Verletzlichkeit, an Geschichte.
Weihnachten lädt uns ein, diesen besonderen Augenblick nicht zu übersehen. Vielleicht ist es ein Moment der Stille. Ein Gespräch, das tiefer geht als geplant. Eine Erinnerung, die neu gedeutet wird. Oder die Ahnung: Hier geschieht mehr, als ich gerade erklären kann. Gottes Zeit bricht ein – leise, unaufdringlich, aber mit bleibender Kraft.
So wird Weihnachten nicht nur ein Datum, das vergeht, sondern eine Verheißung, die bleibt: Gott ist da. Jetzt. In unserer Zeit. Und er schenkt ihr Richtung, Hoffnung und Zukunft.
Wir wünschen Ihnen gesegnete Weihnachtstage – mit offenen Augen für die Augenblicke, in denen Gottes Zeit Ihr Leben berührt.
Ihre Pfrn. Margarete Aichinger